ZELTSTOFFE

ZELTSTOFFE

 

Hier für die Interessierten einige Informationen zu Zeltstoffen.

Die gut gemeinten Beiträge zum Thema "Baumwolle" in zahlreichen Internet-Foren zeigen immer wieder,

... dass die Schreiber relativ selten Erfahrungen mit richtigen Baumwollzelten haben.

 

Die Zeltstoffe:

Die Imprägnierung von TenCate KD 48 "schwitzt" bei nass verpackten "Karsten"

die Feuchtigkeit aus, und lässt die riesigen Wassertropfen auf der Oberfläche tanzen.

Wichtig: ein nass eingepacktes Zelt sollte spätestens nach 2 Tagen aufgeblasen

und getrocknet werden. Mehrere Tage Regenwetter machen aber nichts aus.

 

Die unbeschichteten, leicht imprägnierten Baumwollzeltstoffe aus gezwirnten Garn

wie TenCate KD 48 ( 310 g/m² ) und KS 202 ( 320 g/m² ) haben die besten erreichbaren Charakteristika.

Sie sind tatsächlich atmungsaktiv. Die aus Zelt aufgenommene Feuchtigkeit diffundiert nach außen.

Zu viel Imprägnierung würde dies behindern.

Die Imprägnierung dient um kleine Regentropfen, Morgentau und Schmutz abzuweisen.

Baumwolle wird auch zusätzlich vor der Alterung geschützt.

Beide 100% Baumwollzeltstoffe haben individuelle Imprägniermittel.

Im trockenen Zustand sorgt die Luftdurchlässigkeit der Baumwollzeltstoffe

für Abtransport der überschüssigen sommerlichen Hitze und Luftaustausch.

Anderseits sind diese Zeltstoffe dicht und stark genug um im Winter,

eine wärmende Luftblase auch ohne Überwurfisolierung im Zeltinneren zu bilden.

Die Angler und extreme Camper wissen es zu schätzen.

 

Die Struktur von TenCate KD48 aus gezwirnten Doppelfaden.

 

Die Schrumpfung im Regen ist bei der Baumwolle aus gezwirnten Doppelfaden

sehr gering, gerade 2..3 %, und die sehr guten Baumwollzeltstoffe

halten jahrzehntelang höchste Beanspruchungen statt.

Auch wenn sie noch nie nachimprägniert wurden.

Vorausgesetzt die Zelte wurden durchdacht konstruiert.

 

Ein trocknen von regennasser Kleidung ist im 100 % Baumwollzelt

mit Vordach oder Vorzelt problemlos möglich.

Kein Kondenswasser, weil es selbst im Regen noch ausreichend trockene Zeltbereiche gibt,

welche Wasserdampf von der Kleidung aufnehmen.

Alleine trockener Eingangsbereich kann locker 1..2 Liter Wasser aufsaugen

und nach außen abtransportieren.

Machen Sie es mal im geschlossenen Kunststoffzelt !

 

Die einfache TenCate KD 38 ( 285 g/m² ) dient schon seit langer Zeit

zur Herstellung von sehr guten Kohtenblättern und einfachen Zelten.

KD 38 ist aber für aufblasbare Zelte völlig ungeeignet !

Zu starke Schrumpfung und fehlende Elastizität.

Siehe die nicht mehr gebaute im Regen problematische aufblasbare Nachbauten !

TenCate KD 24 ( 340 g/m² ) ist zwar schwerer und stärker, isoliert sehr gut, ist sehr fest.

 

KD 38 und 24 sind gewebt aus einfachen Garn, schrumpfen mehr, ca. 5 %

und sind nicht so elastisch wie TenCate KD 48.

Gern verwendete Angabe " Baumwolle ca. 300 g/m² " ist ohne Angaben zum Hersteller

und Typ mit Vorsicht zu betrachten. Es gibt auch "Putzlumpenqualitäten".

 

Bitte die auf der Aussenseite glänzende mit PUR beschichtete, angeblich "atmungsaktive"Canvas zuerst sehr,

sehr vorsichtig (siehe unten!) mit Mund von aussen "anblasen"

- und dann vergleichen:ab 1 m Wassersäule ist ein Zeltstoff nicht nur Wasser, sondern auch völlig luftdicht (bis ca. 0,1 bar Überdruck) ist.

Ein Lungenriss nach zu kräftigen testen von PUR beschichteten Baumwollersatz ist gut möglich !

 

Die nach aussen Kunststoff beschichtete Baumwollzeltstoffe:

Bei einer Kunststoff-Beschichtung der äußeren Fläche des Zeltstoffes,wie bei einigen Zeltanhänger verwendet,

wird die Feuchtigkeit im Zelt zwar von der Baumwolle aufgenommen,

gespeichert und wieder nach innen abgegeben. Es ist jedoch keine "von innen - nach außen" Atmungsaktivität.

Solange das Wetter angenehm mild und Be-/Entlüftung funktioniert ist es kein Problem.

Die dicke auffallend Baumwolle speichert auch relativ viel Feuchtigkeit.

Die Zelt-/Zeltanhängerkonstruktion soll möglichst große Lüftungsöffnungen haben.Wird die Beschichtung mit der Zeit immer mehr brüchig,

gibt es erste Ansätze zur atmungsaktiven Eigenschaften.

Bereits diese Beschichtung reicht aus um Zeltstoff von der beschichteten Seitenicht mehr "anblasen" zu können.

 

Die sogenannte "technische Baumwolle" = "technical cotton ( TC )": tatsächlich ein Kunststoffgewebe mit gerade

30..35% Gewichtsanteil an Baumwollfäden ist zwar in gewisser Weise auch luftdurchlässig und atmungsaktiv aber mit,

je nach Typ, gerade um 19%..27% Leistung der Premium-Baumwolle !

Ein Anblastest zeigt es recht eindeutig. Die Hitze staut sich auch stärker. Selbstverständlich ist "TC" besser als "Plastik".

Die Umsteiger von der Baumwolle auf die sogenannte "technische Baumwolle"

wünschen sich sehr schnell die Zelte aus reiner Baumwolle wieder zurück.

 

Kunststoffzeltstoffe mit PVA-Anteilen sind "technischer Baumwolle" ähnlich,

PVA-Fasern nehmen auch etwas Feuchtigkeit auf und geben sie wieder ab.

Ein Kunststoffmischgewebe mit PVA erlaubt, je nach dichte, begrenzten Luftaustausch.

PVA (= Polyvinylalkohol)-Fasern sind typisch für Zeltstoffe der Caravanvorzelte.

Die Eigenschaften der reinen Baumwolle erreicht PVA beim weiten nicht.

Die Absorption von Wasser dürfte auch nur einen kleinen Bruchteil der Baumwolle betragen.

So um 10..20 %. Verwendung bei teuren Caravanvorzelten.

Für Nutzung bei aufblasbaren Zelten bereits getestet - in einigen Punkten problematisch. 

 

Kunststoffzeltstoffe:

haben Garn aus Polypropylen, Polyester oder Polyamid in Polyurethan- bzw. Silikon- Beschichtung.

Nur als locker gewebtes Innenzeltmaterial noch atmungsaktiv, aber nicht wasserdicht.

Die mehrere Meter Wassersäule dichte Kunstfaserzeltstoffe sind wiederrum nicht atmungsaktiv.

Es wird keine Feuchtigkeit weder aufgenommen noch abgegeben.

Auch die heiße Luft kann nur über, oft leider sehr "kompakt" dimensionierte, Lüftungsöffnungen entweichen.

Bildung von "Schwitzwasser" bei starken Temperaturunterschieden zwischen innen und außen ist selbstverständlich.

Kunststofffäden schrumpfen und altern (versprödern) durch UV-Strahlen.

So würde ein Kunststoffzelt ohne der Schutzbeschichtung sehr schnell seine Eigenschaften verlieren.

Wenn ein Zelt schon nach wenigen Einsatzwochen sich nur schwer aufbauen lässt weil das Gestänge plötzlich "länger" wurde.

So ist die Kunststoffplane einfach etwas geschrumpft. Einige Konstruktionen berücksichtigen es, andere nicht.

 

Die theoretische Wassersäule - und die Praxis:

Selbst für 10° flach stehende Zeltdächer aus Baumwolle reichen in Europa die theoretischen 400 mm. 

Was nützen die Angaben zu Höhen der theoretischen Wassersäulen von mehreren Metern,

wenn die Stoffe der Bänder bei billigen Reißverschlüssen nicht mal geringe Feuchtigkeit

aufhalten können und für kleine Wasserlachen auf Zeltboden sorgen ?

Alleine 2010 gab es mehrere Meldungen von PRIMACAMP-Kunden

zur Problematik mit undichten Reißverschlüssen an relativ teuren Zelten namhafter Hersteller.

 

LINKS :

http://www.tencate.com/emea/outdoor-fabrics/applications/camping-tents/default.aspx

Zitat:

An inflatable tent puts high demands on the strength of the fabric type used.

Therefore, typically the flagship of the cotton collection is used: the KD 48.

http://www.tencate.com/emea/Images/colour%20card%20tencate%20cotton_tcm28-3453.pdf